Dieses Jahr verliefen Weihnachten und Silvester ein wenig anders als wir es die letzten Jahre gewohnt waren. Zum einen waren Familie und Freunde 22 Flugstunden von uns entfernt und zum anderen befinden wir uns gerade mitten im australischen Sommer.

Weihnachten

Am Weihnachtsabend veranstalteten wir, wie bereits erwähnt, ein kleines Weihnachtsessen mit unseren Mitbewohnern. Zu essen gab es einen breiten Mix von Hühnchen und Kartoffeln bis zu koreanischem Essen, dessen Name mir leider entfallen ist. Den nächsten Tag, dem eigentlichen Weihnachtstag in Australien ging es, wie sollte es auch anders sein, mit Freunden an den Strand um mal wieder eins der australischen Klischees zu bestätigen. Eins sollte man in Australien allerdings nie unterschätzen, die Sonne. Selbst bei dichter Bewölkung ist es ratsam sich einzucremen, worauf der Autor dieses Textes verzichtete und nach einem 2-stündigem Nickerchen im Sand sich den schlimmsten Sonnenbrand seines Lebens holte, dessen Spuren selbst eine Woche danach noch nicht vollständig verheilt sind :( , eine gute Weihnachtserinnerung! So schnell wie Weihnachten für uns kam war es auch schon wieder vorbei, trotz der Ferne von der Heimat haben wir das Beste daraus gemacht und am Ende waren es sehr schöne Tage.

Letzter Arbeitstag in Sydney

Schnell sind wir auch wieder im harten Alltagsleben angekommen, und zwar mit unserem letzten Arbeitseinsatz am 29.Dezember -- ein Festivalzelt am Sydney Cricket Ground aufbauen, mit Abstand der grauenvollster Job überhaupt. Nach 2 Monaten Entspannen im Lagerhaus hieß es jetzt wieder anpacken allerdings zu 150%. Die Chefs passten auf, dass man die 5m langen Balken auch wirklich alleine trug, was zu einigen körperlichen Problemen bei uns ungeübten Zeltaufbauern führte. Zu erwähnen wäre auch noch mein oben genannter Sonnenbrand der sich nicht ganz mit dem Balken auf meiner Schulter vertrug. Selbst dringend benötigte Arbeitshandschuhe gab es erst nach 3h und nur nach dem man sich von mindestens vier Leuten in fünf Sprachen als Weichei betiteln lassen musste. Ein entspannter Tag also. Krönung des ganzen war, das ein Mitarbeiter beinahe das Aufbauen mit den Leben bezahlt hätte, da ein 8m hoher Stahlrahmen beim Aufbau aus der Verankerung sprang und ihn nur knapp am Kopf verfehlte. Nicht gerade unser professionellster Arbeitseinsatz und nachdem unsere 10h Schicht zu Ende waren wir froh endlich unseren Feierabend, wenn auch mit Kratzern, blauen Flecken und anderen unnötigen Schmerzen, aber lebend genießen zu können. Die Moral von der Geschichte: Falls jemand Arbeit von Harry -- The Hirer angeboten bekommt und sein Leben einigermaßen wertschätzt sollte man diese auf jeden Fall ablehnen! Somit endete also unser letzter Arbeitseinsatz in Sydney und die nächsten Tage wurden etwas ruhiger angegangen.

Silvester 2008 / 2009

Für uns stand schon lange fest, dass wir auf keinen Fall das Feuerwerk im Hafen von Sydney verpassen wollten. Doch leider waren wir nicht die einzigen mit dieser Idee, also hieß es sich zeitig auf den Weg zu machen um einen guten Platz zu kriegen und mit zeitig ist nicht um 6 abends gemeint sondern halb drei nachmittags! So ging es mit unserem kanadischen Mitbewohner Jeff Richtung Hafen, der erste Anlaufpunkt mit Blick auf die Harbour Bridge (Mrs. Macquarie Point) erwies sich als Reinfall, da dort bereits eine Schlange stand, deren Ende mit bloßem Auge gar nicht mehr zu erkennen war und Miguels grandiose Idee sich einfach vorzudrängeln stieß verständlicherweise alles andere als auf Gegenliebe unter den Wartenden. Schnell musste eine andere Stelle gefunden werden, da es bereits kurz vor um 4 war und alle Aussichtspunkte bei Überfüllung geschlossen werden, standen wir ein wenig unter Zeitdruck. Etwas entmutigt versuchten wir als nächstes unser Glück in der Nähe der Oper, ohne große Hoffnung wirklich noch einen Platz zu bekommen. Doch anders als gedacht, kamen wir nach nur 20 Minuten Warten der Harbour Bridge so nah wie wir es nicht vermutet hatten. Allerdings gab es noch ein kleines Problem, bis zum Feuerwerk waren es noch knapp 8 Stunden, die mussten erst einmal überwunden werden. Nach endloslanger Warterei war es dann pünktlich 0.00h soweit und wir konnten das Feuerwerk in seiner vollen Pracht bestaunen und um genau 0.12h war es auch schon wieder vorbei. Die Frage ob wir zu lange in der Sonne gelegen hätten, weil wir 8h auf ein 12min Feuerwerk warteten, könnte sich dem aufmerksamen Leser jetzt aufdrängen. Zumal mitgebrachter Alkohol nicht erlaubt war und es nur einen Ausschank für 6000 Leute gab. Auch wir haben uns im Nachhinein diese Frage gestellt, aber allen sei gesagt, man muss es einmal gesehen haben und macht es danach hoffentlich nie wieder :)

Das nächste Mal werden wir uns wahrscheinlich bereits von einem anderem Ort melden, da wir Sydney am Montag verlassen werden und weiter Richtung Melbourne ziehen werden.

Wir hoffen alle haben die Silvesternacht mehr oder weniger heil überstanden und wünschen allen ein frohes neues Jahr 2009!

Viele Grüße

Benni und Miguel